Aktualisierung: 24.6.2010
Für nähere Auskünfte zu den PSY-Diplomen stehen Ihnen gerne die Repräsentanten der ÖGPPM zur Verfügung.
Die PSY-Diplome, abgekürzt als PSY1, PSY2 und PSY3 bezeichnet, sind drei aufeinander aufbauende Fortbildungsdiplome für Ärzte aller Fachrichtungen und Allgemeinmediziner, die von der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) verliehen werden:
Voraussetzung für die Teilnahme an den PSY-Curricula ist der positive Abschluß des vorhergehenden PSY-Diploms, d.h. für das PSY-Curriculum PSY2 ist der positive Abschluß von PSY1 erforderlich, für PSY3 der positive Abschluß von PSY2. Für Ärzte mit der Facharztausbildung Psychiatrie gibt es eine Sonderregelung hinsichtlich der Anrechnung von Lehrinhalten, ebenso für die Anrechnung einer Ausbildung nach dem Psychotherapiegesetz. Aus Gründen der Kontinuität und Kontingenz sollte das Diplomfortbildungsprogramm nach Möglichkeit zur Gänze in einer einzigen Institution absolviert werden.
Grundsätzlich ist das gesamte PSY-Diplomfortbildungsprogramm PSY1, PSY2 und PSY3 auf der Vermittlung von Kenntnissen (Theorie), von Fertigkeiten und der Vermittlung einer ärztlichen Haltung aufgebaut, die den Menschen als bio-psycho-soziale Einheit versteht. Ein wesentliches Gewicht wird stets auf die praktische Umsetzung der erlernten Theorien gelegt. Der angestrebte hohe Qualitätsstandard manifestiert sich auch im erforderlichen Zeitaufwand: Für die Absolvierung aller drei PSY-Diplome ist ein Zeitraum von ca. 7 Jahren zu veranschlagen.
Mit dem ÖÄK-Diplom für Psychotherapeutische Medizin erlangen Ärzte die volle psychotherapeutische Kompetenz zur selbständigen Ausübung von Psychotherapie. Ärzte mit PSY3-Diplom können somit Psychotherapie vor dem Hintergrund ihres ärztlichen Fachwissens und ihrer ärztlichen Berufsidentität auf einem hohen Qualitätsstandard durchführen. Diese integrative Fähigkeit zur Durchführung einer psychotherapeutischen Behandlung steht in Kombination mit und in Abgrenzung von anderen medizinischen Maßnahmen.
Gemäß der Diplomrichtlinie umfassen die zu vermittelnden Kenntnisse und Fähigkeiten die Erkennung, die psychotherapeutische Behandlung, die Prävention und Rehabilitation von Krankheiten und Leidenszuständen, an deren Verursachung soziale, somatische und psychische Faktoren maßgeblich beteiligt sind. Die Kompetenzen und Fertigkeiten zur Diagnostik, zur Differentialdiagnostik, zur Indikationsstellung, zur spezifischen Therapieplanung und eigenverantwortlichen Durchführung von Psychotherapie sollen erworben werden.
Im Rahmen des PSY3-Curriculums erfolgt die Spezialisierung auf eine der folgenden methodischen Traditionen der Psychotherapie:
Analog der Facharztausbildung stellt eine der oben genannten Traditionen den persönlichen Schwerpunkt (Hauptfach) in der Ausbildung zur Psychotherapeutischen Medizin dar. Als "Zusatzfach" kann jede andere Tradition gewählt werden. Als "Ergänzungsfächer" in Theorie und Praxis sind die beiden verbleibenden Traditionen verpflichtend. Im Hauptfach ist auch die Selbsterfahrung zu absolvieren. Weitere Schwerpunkte betreffen die ärztliche Tätigkeit unter psychotherapeutischen Gesichtspunkten sowie den besonders wichtigen Bereich der Supervision und Balintarbeit.
Für persönliche Informationen stehen Ihnen gerne die Repräsentanten der ÖGPPM zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie auch über die folgenden Verweise:
Die Österreichische-Ärztekammer führt gemäß Ärztegesetz die Listen aller Inhaber der PSY-Diplome:
Die Suchfunktionen aller Landesärztekammern ermöglichen die gezielte Suche nach Ärzten mit einem PSY-Diplom. Verweise zu allen Landesärztekammern finden Sie in dieser Liste der Österreichischen Ärztekammer.